Kurz erklärt · Grafik & Sound
Parallax-Scrolling ist eine Technik in 2D-Spielen, bei der mehrere Bildebenen unterschiedlich schnell vorbeiziehen: Ferne Hintergründe bewegen sich langsam, nahe Ebenen schnell. So entsteht auf einem flachen Bild der Eindruck räumlicher Tiefe.
Auch: Parallax Scrolling, Parallaxe, Parallax-Effekt, Parallaxenscrolling, Ebenen-Scrolling, Tiefenscrolling
Was bedeutet Parallax-Scrolling?
Parallaxe bezeichnet die scheinbare Verschiebung von Gegenständen, wenn sich der Blickpunkt bewegt. Du kennst das aus dem Zugfenster: Der Zaun am Gleis rast vorbei, die Bäume dahinter ziehen gemächlich vorüber, und die Berge am Horizont scheinen fast stillzustehen.
Scrolling heißt, dass der Bildausschnitt mitwandert, während sich die Spielfigur bewegt. Parallax-Scrolling verbindet beides: Die Spielwelt besteht aus mehreren Ebenen, die beim Scrollen unterschiedlich schnell mitlaufen – und das Gehirn deutet die Unterschiede als Tiefe.
Wie funktioniert Parallax-Scrolling?
- Die Szene wird in Ebenen zerlegt, etwa Himmel, ferne Berge, Hügel, Bäume und Boden.
- Jede Ebene bekommt einen Faktor für ihre Geschwindigkeit: Der Boden, auf dem die Figur läuft, bewegt sich voll mit, ferne Ebenen nur zu einem Bruchteil.
- Rückt die Kamera um 100 Pixel weiter, wandert eine Ebene mit Faktor 0,5 nur 50 Pixel und eine mit Faktor 0,25 nur 25 Pixel.
- Die Ebenen werden von hinten nach vorn übereinander gezeichnet.
Damit der Hintergrund nicht irgendwann endet, sind die Ebenen meist so gestaltet, dass sie sich nahtlos wiederholen. Der Himmel ganz hinten steht oft komplett still.
Tipp: Eine Vordergrund-Ebene vor der Figur – Gräser, Pfosten, Zweige –, die schneller läuft als der Boden, verstärkt den Effekt besonders. Sie darf aber nie die Sicht auf Gefahren verdecken.
Wo wird Parallax-Scrolling eingesetzt?
Am bekanntesten ist die Technik aus seitlich scrollenden Jump’n’Runs und Shootern. Auch Endlos-Runner und Hüpfspiele, die nach oben führen, nutzen sie – dann laufen die Ebenen eben vertikal versetzt mit. Auf Webseiten heißt es ebenfalls Parallax-Effekt, wenn Hintergründe beim Scrollen langsamer wandern als der Text.
Scrolling allein gab es schon auf einfachster Hardware: In Buddel Z9001 sind die Höhlen größer als der Bildschirm, und das Bild rollt weich mit. Für Parallaxe kommen weitere Ebenen hinzu, die jeweils Rechenzeit kosten. Ein heutiger Browser zeichnet solche Ebenen auf einem HTML5-Canvas problemlos viele Male pro Sekunde.
Unterschied zu 3D und isometrischer Grafik
Parallax-Scrolling bleibt echtes 2D: Jede Ebene ist ein flaches Bild, nur ihre Geschwindigkeit verrät die Entfernung. In echtem 3D berechnet das Spiel die Perspektive dagegen für jeden Punkt der Welt. Die isometrische Grafik wiederum erzeugt Tiefe durch einen schrägen Blick von oben – ganz ohne unterschiedliche Geschwindigkeiten.
Besonders oft begegnet dir der Effekt zusammen mit Pixel-Art, wo er flachen Bildern eine erstaunliche Weite gibt.
Parallax-Scrolling in Spielen auf Player 0o5
Häufige Fragen zu Parallax-Scrolling
Was ist Parallax-Scrolling?
Parallax-Scrolling ist eine 2D-Technik, bei der mehrere Hintergrundebenen unterschiedlich schnell mitlaufen. Ferne Ebenen bewegen sich langsamer als nahe, dadurch wirkt das flache Bild räumlich.
Warum bewegen sich Hintergründe in Spielen langsamer?
Weil das unser Sehen nachahmt: Weit entfernte Dinge scheinen sich beim Vorbeifahren kaum zu bewegen, nahe Dinge huschen schnell vorbei. Spiele nutzen das, um Entfernung darzustellen.
Wie viele Ebenen braucht Parallax-Scrolling?
Schon zwei Ebenen erzeugen einen Effekt. Üblich sind drei bis fünf, etwa Himmel, Berge, Hügel, Bäume und Boden; mehr Ebenen machen die Tiefe feiner.
Gibt es Parallax-Scrolling auch auf Webseiten?
Ja. Auch auf Webseiten spricht man vom Parallax-Effekt, wenn Hintergrundbilder beim Scrollen langsamer wandern als der Inhalt davor.
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