Spiele-Glossar

Zufallsgenerator (RNG): Wie Spiele Zufall erzeugen

Würfel, Karten, Beute: Was RNG bedeutet, warum Computer nur Pseudozufall erzeugen, was der Seed damit zu tun hat und wie Spiele allzu großes Pech verhindern.

7–10 Minuten

Kurz erklärt · Spielmechanik

Ein Zufallsgenerator, kurz RNG (englisch random number generator), erzeugt in einem Spiel Zahlen, die zufällig wirken. Aus ihnen entstehen Würfelwürfe, gemischte Karten, Beute oder ganze Level. In Spielen ist das fast immer Pseudozufall: berechnet, aber nicht vorhersehbar.

Auch: RNG, Random Number Generator, Zufallszahlengenerator, Pseudozufallsgenerator, PRNG, Pseudozufall

Zufallsgenerator: Pseudozufall aus einer Rechenregel Oben links steht der Seed 7. Er kommt in das Feld Zustand und wird an eine Rechenregel weitergegeben: mal 5, plus 3, davon der Rest beim Teilen durch 16. Heraus kommt 6, die neue Zahl wird zum nächsten Zustand und erscheint oben in der Folge. Aus jeder Zahl macht das Spiel einen Würfelwurf: 6 ergibt eine Eins, dann folgen 1, 8 und 11 mit den Würfen Zwei, Drei und Sechs. Die Zahlen wirken zufällig, sind aber berechnet: Gleicher Seed ergibt gleiche Folge. Seed: 7 Folge 61811 Zustand 761811 Rechenregel × 5 + 3, davon der Rest beim Teilen durch 16 neue Zahl = nächster Zustand Würfel ? Augen 1 bis 6 Jede Zahl folgt aus der vorigen: gleicher Seed, gleiche Folge
So funktioniert’s: Der Seed 7 kommt in die Rechenregel: mal 5, plus 3, Rest beim Teilen durch 16. Heraus kommen nacheinander 6, 1, 8 und 11, und jede Zahl wird zum nächsten Zustand und zu einem Würfelwurf. Der Zufall ist berechnet: Gleicher Seed, gleiche Folge.

Was bedeutet RNG?

RNG steht für random number generator, auf Deutsch Zufallszahlengenerator. Er liefert die Zahlen, aus denen ein Spiel seinen Zufall macht: welche Augenzahl der Würfel zeigt, in welcher Reihenfolge die Karten liegen, welcher Stein als Nächstes fällt oder was in einer Truhe steckt. Auch prozedural erzeugte Level entstehen aus solchen Zahlen.

Unter Spielern ist „RNG“ längst ein eigenes Wort: „Das war pures RNG“ heißt so viel wie „Das war Glück“ – oder Pech. Wer sich über ungünstige Würfel ärgert, schimpft gern auf den Zufallsgenerator.

Echter Zufall oder Pseudozufall?

Ein Computer rechnet streng nach Regeln – echten Zufall kann er von sich aus nicht erzeugen. Spiele nutzen deshalb fast immer einen Pseudozufallsgenerator: eine Rechenvorschrift, die aus einer Zahl die nächste berechnet. Die entstehende Folge wirkt zufällig und ist kaum vorherzusagen, steht aber vollständig fest. Ihre Startzahl heißt Seed: Gleicher Seed ergibt die gleiche Folge.

Echter Zufall stammt dagegen aus physikalischen Vorgängen wie elektronischem Rauschen. Computer greifen auf solche Quellen vor allem für Sicherheit und Verschlüsselung zurück. Für Spiele reicht Pseudozufall völlig aus, und er hat einen Vorteil: Er lässt sich wiederholen, etwa für ein Tagesrätsel, das für alle gleich ist.

MerkmalEchter ZufallPseudozufall
Quellephysikalischer Vorgang, etwa RauschenRechenvorschrift im Programm
Wiederholbar?neinja, mit demselben Seed
Typischer EinsatzSicherheit, VerschlüsselungSpiele, Simulationen

Wie wird aus einer Zahl ein Würfelwurf?

  1. Das Spiel setzt einen Startwert, den Seed – oft aus der Uhrzeit oder aus dem Datum.
  2. Die Rechenvorschrift macht aus der aktuellen Zahl die nächste, immer wieder.
  3. Jede neue Zahl wird auf den gewünschten Bereich gebracht, für einen Würfel etwa auf 1 bis 6.
  4. Das Ergebnis bestimmt, was passiert: Augenzahl, Karte, nächster Stein oder Beute.

Die Animation zu diesem Artikel zeigt eine stark vereinfachte Regel: mal 5, plus 3, davon der Rest beim Teilen durch 16. Echte Generatoren rechnen mit viel größeren Zahlen, damit sich die Folge erst nach sehr langer Zeit wiederholt.

Gesteuerter Zufall: Wie Spiele Pech begrenzen

Reiner Zufall kann sich unfair anfühlen: dreimal hintereinander derselbe ungünstige Stein oder eine Kartenmischung ohne Lösung. Viele Spiele zähmen den Zufall deshalb.

  • Beutel-Prinzip: Alle Möglichkeiten kommen in einen Beutel und werden gemischt gezogen, erst dann wird neu gefüllt. So fehlt nichts lange.
  • Nur lösbare Mischungen: Das Spiel prüft vorab, ob eine Verteilung lösbar ist, und verwirft sie sonst.
  • Gewichteter Zufall: Manche Ergebnisse sind wahrscheinlicher als andere, etwa stärkere Hilfen für alle, die hinten liegen.
  • Ganz ohne Zufall: Manche Rätsel verzichten bewusst darauf, sodass eine Lösung beim nächsten Versuch genauso klappt.

Tipp: Wo Glück mitspielt, gleicht sich vieles über viele Runden aus. Bei einem Würfelspiel lohnt es sich, in Wahrscheinlichkeiten zu denken statt in Glückssträhnen – der Würfel hat kein Gedächtnis.

Zufallsgenerator (RNG) in Spielen auf Player 0o5

  • Steine Z9001

    Steine Z9001 mischt die fallenden Steine in Siebenerpaketen: Jede Form kommt einmal, nur die Reihenfolge ist zufällig. So wartest du nie lange auf eine bestimmte Form.

  • Mahjong-Turm

    Mahjong-Turm sorgt dafür, dass jede Mischung lösbar ist: Das Spiel räumt das leere Layout zuerst rückwärts Paar für Paar ab und verteilt die Steinpaare in genau dieser Reihenfolge. Auch der Knopf „Mischen“ arbeitet so.

  • Klondike & Co.

    Bei Klondike, FreeCell und Spider kommen in Klondike & Co. standardmäßig nur Mischungen, die ein eingebauter Löser vorab geschafft hat. In den Optionen lässt sich „Nur lösbare Spiele“ abschalten; das Tagesspiel ist immer lösbar.

  • Minenfeld

    Minenfeld spielst du wahlweise ohne Raten oder klassisch, wo der Zufall auch mal eine Entscheidung erzwingt. Für ein Profi-Feld ohne Raten braucht der Löser im Schnitt etwa vier Versuche.

  • Miniraser

    In Miniraser steckt in jedem eingesammelten Akku ein Extra – aber nicht gleich verteilt: Weiter hinten im Feld tauchen Schockwelle, Raketenbündel und Turbo-Akku häufiger auf, der seltene Sternpuls fast nur für Abgeschlagene.

Häufige Fragen zu Zufallsgenerator (RNG)

Was bedeutet RNG?

RNG steht für random number generator, auf Deutsch Zufallsgenerator. Im Spielerjargon meint RNG oft einfach Glück oder Pech.

Ist Zufall im Computer wirklich zufällig?

Meist nicht. Spiele nutzen Pseudozufall: Eine Rechenvorschrift erzeugt Zahlen, die zufällig wirken, aber aus einem Startwert berechnet sind.

Was hat der Seed mit dem Zufallsgenerator zu tun?

Der Seed ist der Startwert des Zufallsgenerators. Mit demselben Seed entsteht dieselbe Zahlenfolge und damit dasselbe Level oder Rätsel.

Kann man RNG beeinflussen?

Das Ergebnis eines einzelnen Wurfs nicht. Du kannst aber mit Wahrscheinlichkeiten planen und Risiken so verteilen, dass ein einzelnes Pech nicht alles entscheidet.

Gibt es Spiele ohne Zufall?

Ja, etwa Schach oder Wusel Z9001: Dort klappt eine Lösung, die einmal funktioniert hat, beim nächsten Versuch genauso.

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