Kurz erklärt · Grafik & Sound
Vorgerenderte Grafik sind Bilder, die schon während der Entwicklung eines Spiels aus 3D-Modellen berechnet und als fertige Bilder oder Videos gespeichert werden. Im Spiel werden sie nur noch angezeigt, statt in Echtzeit neu berechnet zu werden.
Auch: vorgerendert, Pre-rendered Graphics, Prerendering, Pre-Rendering, vorberechnete Grafik, vorgerenderte Sprites
Was bedeutet vorgerendert?
Rendern heißt, aus einer 3D-Szene ein Bild zu berechnen: Wo fällt Licht hin, wo entstehen Schatten, wie glänzt ein Material? Ein Spiel in Echtzeit-3D erledigt das für jedes einzelne Bild, oft 60-mal pro Sekunde, und muss dafür mit vielen Tricks sparen.
Bei vorgerenderter Grafik passiert diese Arbeit vorher, auf den Rechnern der Entwickler. Dort darf ein einzelnes Bild Minuten oder sogar Stunden brauchen. Das Ergebnis wird als fertiges Bild gespeichert, und das Spiel zeigt später nur noch dieses Bild – schnell und in voller Qualität.
Vereinfacht gesagt: einmal aufwendig rechnen statt ständig schnell rechnen. Das Gegenstück heißt Echtzeit-Rendering.
Wie entstehen vorgerenderte Grafiken?
- Gebäude, Figuren oder Gegenstände werden in einem 3D-Programm modelliert und mit Materialien versehen.
- Licht und Kamera werden so eingestellt, wie das Spiel die Welt später zeigt, etwa schräg von oben.
- Für jedes Objekt wird ein Bild gerendert, bei beweglichen Figuren jede Animationsphase – oft aus mehreren Richtungen, zum Beispiel aus acht.
- Die Bilder werden mit durchsichtigem Hintergrund gespeichert und zu Spritesheets zusammengefasst.
- Im Spiel werden sie wie gezeichnete Sprites an die richtige Stelle gesetzt.
Auch ganze Hintergründe lassen sich vorrendern; davor bewegen sich dann Figuren, die das Spiel selbst zeichnet. Und Zwischensequenzen liegen häufig als fertig gerendertes Video vor.
Tipp: Selbst Echtzeit-3D-Spiele rechnen vieles vorab: Licht und Schatten fester Gebäude werden oft schon bei der Entwicklung berechnet und als sogenannte Lightmap in die Oberflächen „eingebacken“.
Wo ist vorgerenderte Grafik typisch?
Besonders gut passt die Technik zu Spielen mit fester Kamera. In Aufbauspielen und Strategiespielen mit isometrischer Grafik sieht man Gebäude immer aus demselben Winkel – ideal, um sie einmal detailreich zu rendern. Auch Symbole, Einheitenbilder und Illustrationen entstehen oft auf diese Weise.
In den 1990er-Jahren war vorgerenderte Grafik besonders verbreitet: Die Rechner von damals schafften kaum detailreiches 3D in Echtzeit, vorgerenderte Bilder wirkten dagegen fast wie Filmszenen.
Vorgerendert oder Echtzeit: Vor- und Nachteile
| Merkmal | Vorgerendert | Echtzeit-3D |
|---|---|---|
| Bildqualität | sehr hoch, unabhängig vom Gerät | hängt von Gerät und Einstellungen ab |
| Rechenlast im Spiel | gering: Bild nur anzeigen | hoch: jedes Bild neu berechnen |
| Blickwinkel | fest, nur die gerenderten Ansichten | frei drehbar |
| Speicherbedarf | viele Bilder für Richtungen und Phasen | Modelle und Texturen |
| Änderungen | neues Rendern nötig | sofort im Spiel sichtbar |
Der größte Haken ist der feste Blickwinkel. Soll sich die Kamera drehen oder eine Figur in eine neue Richtung laufen, braucht es zusätzliche Bilder. Auch das Licht lässt sich nachträglich kaum ändern – ein Wechsel von Tag und Nacht muss eigens eingeplant werden.
Unterschied zu Echtzeit-3D, Pixel-Art und Low Poly
Beim Echtzeit-Rendering berechnet die Grafikkarte jedes Bild während des Spielens, im Browser über WebGL und kleine Grafikprogramme namens Shader. So zeigt Mittweida Stories die Stadt mit eigenen 3D-Modellen und Figuren, deren Bewegungen aus Motion-Capture-Aufnahmen stammen.
Pixel-Art wird dagegen von Hand Pixel für Pixel gezeichnet, und Low Poly ist ein Echtzeit-Stil mit wenigen Flächen. Vorgerenderte Grafik wirkt wie eine Mischung: 3D-Look, im Spiel aber ein flaches Bild.
Vorgerenderte Grafik in Spielen auf Player 0o5
Flaggenland
In Flaggenland wurden Gebäude, Bewohner, Bäume und Tiere in 3D modelliert und als Bilder vorgerendert. Dazu kommt ein Intro von rund 80 Sekunden mit gemalten Szenen. Angezeigt wird das Ganze im Browser über WebGL 2; die Qualität stellt sich automatisch ein und lässt sich in den Einstellungen ändern.
Häufige Fragen zu Vorgerenderte Grafik
Was bedeutet vorgerenderte Grafik?
Vorgerenderte Grafik wird schon bei der Entwicklung aus 3D-Modellen berechnet und als fertiges Bild gespeichert. Das Spiel zeigt diese Bilder nur noch an, statt sie beim Spielen neu zu berechnen.
Warum nutzen Spiele vorgerenderte Grafik?
Weil sie im Spiel kaum Rechenleistung kostet und trotzdem sehr detailreich aussieht. Aufwendiges Licht und feine Details stecken bereits im fertigen Bild.
Was ist der Nachteil vorgerenderter Grafik?
Der Blickwinkel ist festgelegt. Für jede weitere Richtung oder Animationsphase braucht es zusätzliche Bilder, und Änderungen erfordern neues Rendern.
Sind Zwischensequenzen vorgerendert?
Oft ja: Viele Zwischensequenzen liegen als fertig gerendertes Video vor. Andere laufen in der Grafik des Spiels in Echtzeit ab.
Ist vorgerenderte Grafik 2D oder 3D?
Beides: Sie entsteht aus 3D-Modellen, wird im Spiel aber als flaches 2D-Bild verwendet.
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