Kurz erklärt · Grafik & Sound
Ein Sprite ist eine eigenständige 2D-Grafik – etwa eine Spielfigur, ein Gegner oder ein Geschoss –, die unabhängig vom Hintergrund über den Bildschirm bewegt wird. Animiert wird ein Sprite, indem mehrere Einzelbilder schnell nacheinander gezeigt werden.
Auch: Sprites, Sprite-Grafik, Spritesheet, Sprite-Sheet, Hardware-Sprite, Software-Sprite
Was ist ein Sprite?
Ein Sprite ist ein kleines Bild, das ein Spiel frei über eine größere Szene legt: deine Spielfigur, Gegner, Münzen, Geschosse oder der Mauszeiger. Der Hintergrund bleibt dabei unverändert, nur der Sprite wandert an eine neue Stelle oder wechselt sein Bild.
Das englische Wort sprite bedeutet Kobold oder Geist. Der Name passt zur ursprünglichen Technik: Ein Grafikchip legte solche Figuren erst beim Aufbau des Bildes über den Hintergrund. Im Bildspeicher waren sie gar nicht vorhanden – sie schienen wie ein Geist über den Bildschirm zu spuken.
Heute nennt man fast jede bewegliche 2D-Grafik in einem Spiel Sprite, egal, wie sie technisch auf den Bildschirm kommt.
Wie funktioniert eine Sprite-Animation?
Ein Sprite bewegt sich auf zwei Arten: Er ändert seine Position, und er wechselt sein Bild. Für eine Laufbewegung zeichnet man mehrere Einzelbilder, englisch Frames – etwa vier bis acht Phasen eines Schritts. Das Spiel zeigt sie nacheinander, zum Beispiel alle 0,1 Sekunden das nächste, und beginnt danach wieder von vorn.
Damit nicht jedes Einzelbild eine eigene Datei braucht, liegen alle Bilder nebeneinander auf einem Blatt, dem Spritesheet. Das Spiel schneidet für jedes Bild nur den passenden Ausschnitt heraus. Der Hintergrund rund um die Figur ist durchsichtig, damit die Szene dahinter sichtbar bleibt.
- Position und Ankerpunkt: Ein Punkt, meist zwischen den Füßen, bestimmt, wo der Sprite steht.
- Spiegeln: Läuft die Figur nach links, wird das Bild einfach gespiegelt – das spart die Hälfte der Zeichnungen.
- Ebene: Eine Reihenfolge legt fest, was vorn liegt, etwa ob die Figur vor oder hinter einem Busch steht.
- Animationstempo: Gute Spiele koppeln den Bildwechsel an die vergangene Zeit, nicht an die Bildrate – sonst läuft die Figur auf schnellen Geräten hektischer.
Tipp: Ob ein Treffer zählt, entscheidet meist nicht das sichtbare Bild, sondern eine unsichtbare Hitbox. Sie ist oft etwas kleiner als der Sprite, damit Berührungen fair wirken.
Hardware-Sprites und Software-Sprites
Frühe Spielgeräte und viele Heimcomputer hatten Grafikchips mit eingebauter Sprite-Technik. Sie konnten nur eine begrenzte Zahl kleiner Figuren gleichzeitig darstellen, nahmen dem Prozessor dafür aber viel Arbeit ab. Lagen zu viele Sprites auf einer Bildzeile, ließen Spiele sie oft abwechselnd aufblitzen – das bekannte Sprite-Flackern.
Rechner ohne solche Hardware mussten Figuren selbst in den Bildspeicher schreiben und den Hintergrund danach wiederherstellen. Man spricht von Software-Sprites. Der Robotron Z9001 kennt nicht einmal Pixelgrafik: Seine Spielfiguren bestehen aus Grafikzeichen des Zeichensatzes, also aus Blockgrafik.
Heute ist Sprite-Hardware kaum noch nötig. Ein Browser zeichnet über ein HTML5-Canvas oder WebGL Tausende Sprites pro Bild. Ein Rest der alten Technik lebt im Mauszeiger weiter, den viele Grafikkarten als Hardware-Sprite über das Bild legen.
Unterschied zu Kachel, Pixel-Art und 3D-Modell
- Kachel: ein fester Baustein im Raster der Spielwelt, etwa ein Stück Boden oder Wand. Ein Sprite ist dagegen frei beweglich und liegt über diesem Raster.
- Pixel-Art: ein Zeichenstil. Viele Sprites sind Pixel-Art, aber ein Sprite kann genauso gemalt, vorgerendert oder aus Textzeichen gebaut sein.
- 3D-Modell: ein Körper aus Flächen, den das Spiel aus jedem Blickwinkel berechnet. Auch 3D-Spiele nutzen Sprites – für Symbole oder flache Bilder, die sich immer zur Kamera drehen, sogenannte Billboards.
- Partikeleffekt: besteht oft aus Hunderten winziger Sprites, die nur Sekundenbruchteile leben.
Wie aus einem 3D-Modell ein fertiges Sprite-Bild wird, erklärt der Artikel über vorgerenderte Grafik.
Sprite in Spielen auf Player 0o5
Palast Z9001
In Palast Z9001 hat der Held Tamo 108 Bewegungsbilder in 34 Bewegungsfolgen, vom Rennen bis zum Fechten. Weil der Z9001 keine Grafikkarte hat, bestehen alle diese Einzelbilder aus Viertelblock-Zeichen – eine Sprite-Animation ohne Pixelgrafik.
Kugelkuller
Die 11 Kugeln in Kugelkuller tragen Gesichter. Wird es eng im Glas, schauen sie besorgt – ein Sprite kann also je nach Spielzustand ein anderes Bild zeigen.
Bananenduell
Bananenduell zeigt in der v2 animierte Figuren auf den Dächern und eine rotierende Banane mit Leuchtspur. Grafik und Klänge entstehen im Spiel selbst.
So animierst du eine Figur mit einem Spritesheet
- Zeichne vier bis acht Phasen der Bewegung, alle in derselben Größe, zum Beispiel 32 × 32 Pixel.
- Lege die Einzelbilder ohne Lücke nebeneinander auf ein Blatt – das ist dein Spritesheet.
- Lass den Hintergrund rund um die Figur durchsichtig.
- Bestimme im Programm die aktuelle Bildnummer aus der vergangenen Zeit, etwa alle 100 Millisekunden eins weiter.
- Zeichne aus dem Blatt nur den Ausschnitt dieser Bildnummer an die Position der Figur.
- Spiegle das Bild, wenn die Figur in die andere Richtung läuft.
- Lege die Hitbox getrennt fest, damit sie nicht mit jedem Einzelbild ihre Größe ändert.
Häufige Fragen zu Sprite
Was ist ein Sprite in Spielen?
Ein Sprite ist eine bewegliche 2D-Grafik wie eine Spielfigur, ein Gegner oder ein Geschoss. Das Spiel legt sie über den Hintergrund und bewegt oder animiert sie unabhängig davon.
Was ist ein Spritesheet?
Ein Spritesheet ist ein Bild, auf dem alle Einzelbilder einer Figur nebeneinander liegen. Das Spiel schneidet daraus das jeweils passende Bild heraus und zeigt die Bilder schnell nacheinander.
Warum heißt es Sprite?
Sprite ist englisch für Kobold oder Geist. Frühe Grafikchips legten die Figuren nur beim Bildaufbau über den Hintergrund; im Bildspeicher waren sie nicht zu finden und schienen über den Bildschirm zu spuken.
Ist ein Sprite dasselbe wie Pixel-Art?
Nein. Sprite beschreibt die Rolle einer Grafik im Spiel, Pixel-Art einen Zeichenstil. Viele Sprites sind Pixel-Art, sie können aber auch gemalt oder aus 3D-Modellen vorgerendert sein.
Gibt es Sprites auch in 3D-Spielen?
Ja. 3D-Spiele nutzen Sprites etwa für Partikel, Symbole oder flache Bilder, die sich immer zur Kamera drehen. Die meisten Figuren sind dort aber 3D-Modelle.
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