Spiele-Glossar

Ego-Shooter: Bedeutung, Merkmale und Beispiele

Ich-Perspektive, Fadenkreuz, 3D-Welt: Was einen Ego-Shooter ausmacht, wie die Steuerung funktioniert und worin er sich vom Taktik-Shooter unterscheidet.

6–9 Minuten

Kurz erklärt · Genres & Spielarten

Ein Ego-Shooter ist ein Computerspiel, in dem du eine Figur aus der Ich-Perspektive durch eine begehbare 3D-Welt steuerst und mit einer Waffe oder einem Blaster auf Ziele zielst. Du siehst die Welt mit den Augen der Figur, meist mit einem Fadenkreuz in der Bildmitte.

Auch: First-Person-Shooter, FPS, Egoshooter, First Person Shooter, Ich-Shooter

Ego-Shooter einfach erklärt Links eine Karte von oben mit der Spielfigur und ihrem Blickfeld, rechts derselbe Moment aus der Ich-Perspektive. Die Figur dreht sich nach rechts, im Bild wandert eine Zielscheibe in die Mitte unter das Fadenkreuz. Das Fadenkreuz wird gold, ein Schuss trifft und die Zielscheibe wird grün. Draufsicht Ich-Perspektive: dein Bildschirm du Treffer! 1 · Umsehen: Maus dreht den Blick 2 · Ziel im Fadenkreuz 3 · Treffer auf die Zielscheibe Gleiche Szene, zwei Blickwinkel
So funktioniert’s: Links die Karte von oben, rechts der Bildschirm aus der Ich-Perspektive: Die Figur dreht sich, die Zielscheibe wandert unter das Fadenkreuz und wird getroffen.

Was bedeutet Ego-Shooter?

„Ego“ ist lateinisch und heißt „ich“, „Shooter“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Schütze“. Der Begriff ist eine Wortschöpfung aus dem deutschen Sprachraum; im Englischen heißt das Genre „first-person shooter“, kurz FPS. Gemeint ist immer dieselbe Idee: Die Kamera sitzt in den Augen deiner Figur. Am unteren Bildrand siehst du höchstens ihre Hände oder ihre Waffe, den Rest der Figur nicht.

Dadurch fühlt sich das Spiel unmittelbar an: Drehst du die Maus, dreht sich der Blick. Die Spielwelt ist dreidimensional und frei begehbar – mit Gängen, Räumen, Türen und offenem Gelände.

Wie funktioniert ein Ego-Shooter?

Die Animation zeigt dieselbe Szene zweimal: links als Karte von oben, rechts als Bildschirm aus der Ich-Perspektive. Dreht sich die Figur nach rechts, wandert die Zielscheibe im Bild zur Mitte. Liegt sie unter dem Fadenkreuz, trifft der Schuss. Zielen heißt im Ego-Shooter also: den eigenen Blick so drehen, dass das Ziel in der Bildmitte liegt.

Die typische Steuerung

AktionAm PCAm Handy
LaufenW A S DLinker Daumen
Umsehen und zielenMausRechter Daumen wischt
SchießenLinke MaustasteFeuerknopf
Zielen mit ZoomRechte MaustasteZielknopf
Springen, duckenLeertaste, Strg oder CEigene Knöpfe

Am Handy ersetzt die Touch-Steuerung Maus und Tastatur; viele Spiele lassen sich auch mit einem Gamepad steuern.

Merkmale eines Ego-Shooters

  • Ich-Perspektive mit Fadenkreuz in der Bildmitte
  • Begehbare 3D-Welt mit Türen, Gängen und Deckungen
  • Mehrere Waffen oder Werkzeuge, zwischen denen du wechselst
  • Lebens- oder Energieanzeige am Bildrand, oft mit Munitionszähler
  • Treffer werden über die Hitbox der Ziele berechnet
  • Flüssiges Zielen braucht eine hohe Bildrate

Geschichte: von Raycasting bis Browser-3D

Bekannt wurde das Genre Anfang der 1990er-Jahre, als PCs zum ersten Mal schnelle 3D-Ansichten berechnen konnten. Viele frühe Spiele nutzten Raycasting: Aus einer Karte von oben wird für jede Bildspalte ein Strahl verfolgt und daraus ein Wandstreifen gezeichnet. Später kamen echte 3D-Grafik und Online-Partien gegen andere Menschen hinzu.

Heute laufen Ego-Shooter auch direkt im Browser, ohne Installation – die 3D-Grafik zeichnet WebGL.

Unterschied zum Taktik-Shooter und zu anderen Shootern

Ein Taktik-Shooter wird oft ebenfalls aus der Ich-Perspektive gespielt, setzt aber auf Planung, Deckung und Teamarbeit statt auf Tempo. Ein Third-Person-Shooter zeigt die Figur von hinten über die Schulter. Beim Run & Gun steuerst du die Figur in der Seitenansicht.

Ego-Shooter gibt es mit sehr unterschiedlichen Inhalten – von Zielscheiben und Laser-Tag bis zu realistischen Gefechten. Achte auf die Alterskennzeichnung und schau dir als Elternteil selbst an, worum es geht. Varianten wie Laser-Tag, bei denen nur markiert wird, sind ein gewaltarmer Einstieg.

Ego-Shooter in Spielen auf Player 0o5

  • Duum Z9001

    Duum Z9001 ist ein Ego-Shooter für den DDR-Heimcomputer Robotron Z9001: Du läufst in der Ich-Perspektive durch neun Level einer Mondstation, wählst mit den Tasten 1 bis 5 zwischen fünf Waffen und nutzt eine Automap. Die ganze 3D-Ansicht besteht nur aus Textzeichen.

  • Laserarena

    In Laserarena spielst du Laser-Tag in 3D: Statt Schusswaffen trägst du einen Blaster und eine Energieweste, ein Treffer am Kopfsensor zieht mehr Energie ab. Am PC läufst du mit WASD und siehst dich mit der Maus um; wer keine Energie mehr hat, ist nach wenigen Sekunden wieder dabei.

  • Dreifront

    Dreifront zeigt, wie aus einem Shooter ein Taktik-Shooter wird: Drei Armeen kämpfen um eine Kontrollzone, KI-Trupps suchen Deckung und flankieren.

Häufige Fragen zu Ego-Shooter

Was ist der Unterschied zwischen Ego-Shooter und FPS?

Es gibt keinen: FPS steht für „first-person shooter“, die englische Bezeichnung. „Ego-Shooter“ ist der im Deutschen übliche Begriff für dasselbe Genre.

Warum heißt es Ego-Shooter?

„Ego“ ist lateinisch für „ich“. Du erlebst das Spiel aus der Ich-Perspektive, also mit den Augen der Spielfigur.

Kann man Ego-Shooter im Browser spielen?

Ja. Mit WebGL laufen 3D-Spiele direkt im Browser. Auf Player 0o5 gibt es zum Beispiel das Laser-Tag-Spiel Laserarena und den Retro-Shooter Duum Z9001, beide ohne Installation.

Ab welchem Alter sind Ego-Shooter geeignet?

Das hängt vom Inhalt ab. Laser-Tag mit Markierungen ist etwas anderes als ein realistisches Gefecht. Achte auf die Alterskennzeichnung und sieh dir ein Spiel als Elternteil am besten selbst an.

Verwandte Begriffe

← Alle 199 Begriffe im Spiele-GlossarZu den Spielen