Spiele-Glossar

En passant im Schach: Regel, Beispiel und Herkunft

Der Bauer, der im Vorbeigehen schlägt: So funktioniert en passant, wann es erlaubt ist und welche Irrtümer selbst Fortgeschrittenen passieren.

7–10 Minuten

Kurz erklärt · Brett-, Karten- & Rätselbegriffe

En passant ist ein Sonderzug im Schach: Zieht ein Bauer aus der Grundstellung zwei Felder vor und landet neben einem gegnerischen Bauern, darf dieser ihn im direkt folgenden Zug so schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen.

Auch: Schlagen im Vorbeigehen, Schlagen im Vorübergehen, e. p., En-passant-Regel

En passant im Schach Ein schwarzer Bauer zieht im Doppelschritt von d7 nach d5 und landet neben dem weißen Bauern auf e5. Im direkt folgenden Zug schlägt der weiße Bauer ihn im Vorbeigehen: Er zieht schräg nach d6, und der schwarze Bauer auf d5 wird vom Brett genommen. cdef7654 En passant „im Vorbeigehen“ 1. Doppelschritt d7 → d5Der schwarze Bauer ziehtam weißen Bauern vorbei. 2. Weiß schlägt: e5 × d6so, als wäre Schwarz nurbis d6 gezogen. d5 ist weg. Fertig: e5 × d6 e. p.Das gestrichelte Feld d6 hatder Bauer übersprungen. Nur im direktfolgenden Zug erlaubt!
So funktioniert’s: Der schwarze Bauer zieht im Doppelschritt von d7 nach d5 – am weißen Bauern vorbei. Weiß schlägt ihn im direkt folgenden Zug auf d6, als wäre er nur ein Feld gezogen.

Was bedeutet en passant?

En passant ist Französisch und bedeutet „im Vorbeigehen“. Der Ausdruck hat sich im Schach international durchgesetzt, abgekürzt wird er mit e. p. Gemeint ist ein besonderer Schlagzug, den nur Bauern ausführen können.

Außerhalb des Schachs sagt man „en passant“, wenn man etwas nebenbei erledigt. Im Schach ist es dagegen eine genau geregelte Ausnahme, die viele Gelegenheitsspieler überrascht.

Wie funktioniert en passant?

Ein Bauer darf aus seiner Grundstellung zwei Felder auf einmal ziehen, den Doppelschritt. Landet er dabei direkt neben einem gegnerischen Bauern, darf dieser ihn schlagen, als wäre er nur ein Feld vorgerückt. Der schlagende Bauer zieht schräg auf das übersprungene Feld, der andere Bauer wird vom Brett genommen.

Ein Beispiel, wie in der Animation: Ein weißer Bauer steht auf e5. Schwarz zieht seinen Bauern im Doppelschritt von d7 nach d5. Im direkt folgenden Zug darf Weiß e5×d6 e. p. spielen – der weiße Bauer landet auf d6, der schwarze auf d5 verschwindet.

Alle Bedingungen auf einen Blick

  • Der geschlagene Bauer hat gerade einen Doppelschritt aus der Grundstellung gemacht.
  • Er steht jetzt auf derselben Reihe direkt neben dem schlagenden Bauern.
  • Geschlagen wird sofort im nächsten Zug – später nicht mehr.
  • Nur ein Bauer kann en passant schlagen, keine andere Figur.

Warum gibt es die En-passant-Regel?

Die Regel gleicht den Doppelschritt aus. Ohne sie könnte ein Bauer mit zwei Feldern auf einmal an einem gegnerischen Bauern vorbeiziehen, der ihn bei einem einfachen Schritt hätte schlagen können. En passant stellt sicher, dass der Doppelschritt keinen unfairen Vorteil bringt.

Die Regel lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen, als der Doppelschritt aufkam. Ein spanisches Schachbuch von 1497 kennt bereits eine ähnliche Regel. In Italien war das Schlagen im Vorbeigehen dagegen lange verboten, erst 1881 fiel die Sonderregel dort weg. Den französischen Ausdruck verwendete ein Schachbuch von 1749.

Typische Irrtümer beim Schlagen en passant

  • „Das geht auch später noch.“ Falsch: Die Gelegenheit gibt es nur im unmittelbar folgenden Zug.
  • „Auch nach zwei Einzelschritten.“ Falsch: Nur der Doppelschritt aus der Grundstellung zählt.
  • „Ein Springer darf auch.“ Falsch: Nur Bauern schlagen en passant.
  • „Man muss en passant schlagen.“ Nein, es ist ein Recht. Nur wenn es der einzige erlaubte Zug ist, muss er – wie jeder andere Zug – gespielt werden.

En passant und die Rochade sind die beiden Züge, bei denen die Vorgeschichte der Partie zählt. Übrigens kann auch ein Schlag en passant Schach bieten oder sogar matt setzen. Einen echten Schlagzwang wie beim Damespiel gibt es im Schach dagegen nicht.

En passant in Spielen auf Player 0o5

  • Schach

    Das Schach auf Player 0o5 enthält alle Regeln, en passant eingeschlossen: Nach einem gegnerischen Doppelschritt markiert die Zughilfe das schräge Feld, auf dem dein Bauer im Vorbeigehen schlagen kann. Der letzte Zug des Gegners ist gelb hinterlegt, so erkennst du einen Doppelschritt sofort. Üben kannst du gegen den Computer in drei Stufen: Schach jetzt spielen.

So schlägst du en passant

  1. Achte auf einen eigenen Bauern, der bereits drei Felder vorgerückt ist – für Weiß auf der 5. Reihe, für Schwarz auf der 4.
  2. Zieht ein gegnerischer Bauer im Doppelschritt direkt neben ihn, ist die Gelegenheit da.
  3. Ziehe deinen Bauern schräg nach vorn auf das Feld, das der gegnerische Bauer übersprungen hat.
  4. Nimm den gegnerischen Bauern vom Brett – er steht neben deinem Startfeld, nicht auf deinem Zielfeld.
  5. Tu das sofort: Im übernächsten Zug ist en passant nicht mehr erlaubt.

Häufige Fragen zu En passant

Ist en passant Pflicht?

Nein. Du darfst en passant schlagen, musst aber nicht. Nur wenn es der einzige erlaubte Zug ist, muss er gespielt werden – wie jeder andere Zug auch.

Kann man en passant auch später noch schlagen?

Nein. Das Schlagen im Vorbeigehen ist nur im Zug unmittelbar nach dem Doppelschritt erlaubt.

Können auch andere Figuren en passant schlagen?

Nein. Nur ein Bauer darf einen gegnerischen Bauern en passant schlagen.

Was bedeutet e. p. in der Schachnotation?

e. p. steht für en passant. Ein Zug wie e5×d6 e. p. bedeutet: Der Bauer von e5 schlägt im Vorbeigehen und landet auf d6.

Gibt es en passant im Schach auf Player 0o5?

Ja. Schach auf Player 0o5 enthält alle Regeln, auch en passant, Rochade und Bauernumwandlung. Die Zughilfe zeigt dir den möglichen Schlag an.

Verwandte Begriffe

← Alle 199 Begriffe im Spiele-GlossarZu den Spielen