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Peer-to-Peer (P2P): Bedeutung und Einsatz in Online-Spielen

Direkt statt über den Server: Bei Peer-to-Peer schicken sich die Geräte der Mitspieler ihre Spieldaten ohne Umweg zu.

7–11 Minuten

Kurz erklärt · Multiplayer & Online

Peer-to-Peer (P2P) ist eine Verbindungsart, bei der Geräte direkt und gleichberechtigt Daten austauschen, ohne dass ein zentraler Server jede Nachricht weiterreicht. In Online-Spielen schicken sich die Geräte der Mitspieler ihre Spieldaten so auf kürzestem Weg.

Auch: P2P, Peer to Peer, Rechner-Rechner-Verbindung, Direktverbindung, P2P-Verbindung, Peer-to-Peer-Netzwerk

Peer-to-Peer einfach erklärt: Geräte sprechen direkt miteinander Vier Geräte von Mitspielern. Zuerst laufen alle Datenpakete über einen Server in der Mitte und nehmen so einen Umweg. Dann treten die Leitungen zum Server zurück, jedes Gerät ist direkt mit jedem anderen verbunden, und die Pakete fliegen auf kürzestem Weg von Gerät zu Gerät. Bei vier Geräten sind das sechs Direktverbindungen. Client-Server Peer-to-Peer 4 Geräte · 6 Direktverbindungen Server Jede Nachricht nimmt den Umweg über die Mitte. Jedes Gerät schickt direkt an jedes andere.
So funktioniert’s: Erst nimmt jede Nachricht den Umweg über einen Server in der Mitte. Dann sind die vier Geräte direkt miteinander verbunden – sechs Leitungen, auf denen die Daten ohne Umweg fliegen.

Was bedeutet Peer-to-Peer?

Das englische Wort peer heißt so viel wie „Gleichgestellter“. Peer-to-Peer, kurz P2P, beschreibt also eine Verbindung unter Gleichen: Jedes Gerät kann Daten senden und empfangen, keines ist von vornherein der Chef. Bekannt wurde der Begriff um die Jahrtausendwende durch Tauschbörsen, in denen Rechner Dateien direkt untereinander weitergaben.

Das Gegenmodell heißt Client-Server: Alle Geräte, die Clients, sprechen nur mit einem zentralen Rechner, dem Server, und der verteilt die Nachrichten weiter. Im Online-Spiel bedeutet Peer-to-Peer deshalb: Die Browser oder Rechner der Mitspieler schicken sich Eingaben und Spielstände direkt zu. Im Browser übernimmt das meist der offene Standard WebRTC.

Wie funktioniert Peer-to-Peer im Online-Spiel?

Ganz ohne Server geht es auch bei Peer-to-Peer nicht. Ein kleiner Vermittlungsserver bringt die Geräte zusammen – danach hat er Pause:

  1. Treffen: Jemand eröffnet einen Raum, die anderen finden ihn über eine Liste, einen Raumcode oder einen Einladungslink.
  2. Adressen tauschen: Über den Vermittlungsserver erfahren die Geräte, unter welcher Adresse sie einander erreichen. Weil die meisten hinter einem Router stecken, helfen dabei STUN und TURN.
  3. Direkt verbinden: Die Geräte bauen eine Leitung zueinander auf. Ab jetzt fließen die Spieldaten ohne Umweg.
  4. Notfalls umleiten: Klappt der direkte Weg nicht, etwa in strengen Schulnetzen, reicht ein Server die Daten weiter. Dann ist es streng genommen kein reines Peer-to-Peer mehr.

Wer mit wem? Netz oder Stern

Sind alle Geräte mit allen verbunden, spricht man von einem vollvermaschten Netz. Die Zahl der Leitungen wächst dabei schnell: Bei n Spielern sind es n × (n − 1) ÷ 2 Verbindungen – bei 4 Spielern 6, bei 8 Spielern schon 28. Viele Spiele verbinden deshalb alle nur mit einem Gerät, dem Host. So entsteht ein Stern, und der Host rechnet für alle. Beim Lockstep rechnet dagegen jedes Gerät selbst, getauscht werden nur Befehle.

Vorteile und Nachteile von Peer-to-Peer

MerkmalPeer-to-PeerSpielserver (Client-Server)
KostenKaum Serverkosten, die Geräte der Spieler arbeiten selbstEin Server muss rund um die Uhr laufen und mitrechnen
Weg der DatenDirekt, oft kürzer und schnellerImmer über den Server, auch wenn alle im selben Ort sitzen
Wenn jemand gehtGeht der Host, endet die Runde oft für alleDie anderen spielen weiter
SchummelnSchwerer zu verhindern, weil kein neutraler Schiedsrichter rechnetDer Server prüft, was erlaubt ist
DatenschutzMitspieler können deine IP-Adresse erfahrenNur der Server kennt deine IP-Adresse
Strenge NetzeDirekte Wege werden oft blockiertKlappt fast überall

Für Spiele mit wenigen Mitspielern und kurzen Runden ist Peer-to-Peer deshalb ideal. Riesige Online-Welten mit Tausenden Menschen brauchen dagegen eigene Server. Auch die Upload-Leitung setzt Grenzen: Wer als Host eine Runde mit acht Leuten versorgt, schickt jede Aktualisierung an sieben Geräte.

Ist Peer-to-Peer sicher?

Die Verbindung selbst ist bei Browserspielen gut geschützt: WebRTC verschlüsselt alle Daten, Mitlesen unterwegs ist nicht möglich. Der Preis der Direktverbindung ist ein anderer: Damit zwei Geräte zueinanderfinden, müssen sie ihre Netzwerkadressen kennen. Wer mit dir spielt, kann also grundsätzlich deine IP-Adresse erfahren – ähnlich wie bei einem Videoanruf.

Tipp: Spiel online am liebsten mit Leuten, die du kennst, und nimm als Spielnamen einen Spitznamen. Was ein Spiel überträgt und speichert, steht in seiner Datenschutzerklärung.

Peer-to-Peer, Host und Server: der Unterschied

Die Begriffe beantworten verschiedene Fragen. Peer-to-Peer sagt, wie die Daten fließen: direkt zwischen den Geräten. Host sagt, wer das Spiel berechnet: ein Gerät für alle. Ein Spiel kann also Peer-to-Peer sein und trotzdem einen Host haben – so arbeiten mehrere Online-Spiele auf Player 0o5. Die Software, die all das organisiert, heißt Netcode.

Rundenbasierte Spiele kommen gut mit einem Server aus, weil nur wenige Züge pro Minute anfallen und es auf Millisekunden nicht ankommt. Bei schneller Action zählt dagegen jede eingesparte Millisekunde Latenz – dort spielt Peer-to-Peer seine Stärke aus.

Peer-to-Peer in Spielen auf Player 0o5

  • Laserarena

    In Laserarena spielen die Geräte der Mitspieler direkt miteinander, der Server vermittelt nur die offenen Spiele. Sogar dein Foto aus „Charakter & Foto“ geht während eines Spiels direkt an die Mitspieler und nicht auf den Server.

  • Flaggenland

    Flaggenland verbindet Peer-to-Peer mit Lockstep: 2 bis 4 Personen spielen im Gleichschritt, meist direkt von Browser zu Browser. Nur wenn strenge Schul- oder Firmennetze das blockieren, leitet der Server die Befehle weiter.

  • Miniraser

    Bei Miniraser fahren bis zu 8 Leute direkt von Browser zu Browser gegeneinander; der Server hilft nur beim Verbindungsaufbau. In sehr strengen Netzen kann der Beitritt deshalb scheitern.

  • Kicker Z9001

    Kicker Z9001 verbindet zwei nachgebildete DDR-Rechner über das Netz: Die Browser finden sich per Raumcode und sind dann direkt verbunden, notfalls über den Server von Player 0o5.

  • Schach

    Zum Vergleich: Die Online-Tische von Schach laufen über den Server von 0o5.de. Dort liegen nur Name, Züge und Kurznachrichten, und sie werden nach dem Spiel gelöscht.

Häufige Fragen zu Peer-to-Peer

Was heißt P2P?

P2P ist die Abkürzung für Peer-to-Peer, auf Deutsch etwa „von Gleichem zu Gleichem“. Gemeint ist eine direkte Verbindung zwischen Geräten, ohne zentralen Server dazwischen.

Ist Peer-to-Peer schneller als ein Server?

Oft ja, weil die Daten den kürzesten Weg nehmen. Sitzen die Mitspieler weit auseinander oder hat ein Gerät eine schwache Leitung, kann ein gut gelegener Server aber genauso schnell sein.

Warum braucht ein Peer-to-Peer-Spiel trotzdem einen Server?

Damit sich die Geräte überhaupt finden: Ein Vermittlungsserver führt die Raumliste und tauscht die Adressen aus. Außerdem springt er als Weiterleitung ein, wenn keine Direktverbindung möglich ist.

Sehen Mitspieler bei Peer-to-Peer meine IP-Adresse?

Grundsätzlich ja, denn für die direkte Verbindung müssen die Geräte ihre Adressen kennen. Die Spieldaten selbst sind bei WebRTC verschlüsselt.

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