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Remis im Schach: Bedeutung, alle Regeln und Beispiele

Halber Punkt für beide: Welche fünf Wege im Schach zum Remis führen, wer es beanspruchen muss und wie Mühle, Dame und Co. das Unentschieden regeln.

7–10 Minuten

Kurz erklärt · Brett-, Karten- & Rätselbegriffe

Remis bedeutet unentschieden: Eine Partie endet ohne Sieger, und beide Seiten erhalten einen halben Punkt. Im Schach entsteht ein Remis durch Patt, Stellungswiederholung, die 50-Züge-Regel, zu wenig Material zum Mattsetzen oder Einigung.

Auch: Unentschieden, Remis im Schach, Punkteteilung, ½-½, Draw

Fünf Wege zum Remis im Schach Links ein Kreis mit dem Ergebnis ½ : ½ für Remis. Rechts fünf Wege dorthin, die nacheinander aufleuchten: Patt, dreimalige Stellungswiederholung, 50-Züge-Regel ohne Schlag und Bauernzug, zu wenig Material zum Mattsetzen und Einigung beider Seiten. Von jedem Weg wandert ein Punkt zum Ergebnis. Fünf Wege zum Remis Pattam Zug, aber kein Zug möglich Stellungswiederholungdieselbe Stellung zum 3. Mal 50-Züge-Regelkein Schlag, kein Bauernzug Zu wenig MaterialMatt ist nicht mehr möglich EinigungRemis angeboten und angenommen 3× 50 (=) ½ : ½Remis Unentschieden: Jede Seite bekommt einen halben Punkt.
So funktioniert’s: Fünf Wege führen im Schach zum Remis: Patt, dreimalige Stellungswiederholung, 50-Züge-Regel, zu wenig Material und Einigung. Jeder endet mit einem halben Punkt pro Seite.

Was bedeutet Remis?

Remis ist das Fachwort für ein Unentschieden, vor allem im Schach. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet eigentlich „zurückgestellt“ – so, als hätte die Partie nicht stattgefunden. Gewertet wird ein Remis mit einem halben Punkt für jede Seite, notiert als ½-½.

Ein Remis ist kein Ausweichen, sondern ein vollwertiges Ergebnis. Wer schlechter steht, kann mit einer guten Verteidigung noch einen halben Punkt retten. Unter starken Spielern ist das Remis ein häufiges Ergebnis.

Welche Remis-Regeln gibt es im Schach?

Remis-ArtWann?Automatisch?
PattWer am Zug ist, hat keinen erlaubten Zug und steht nicht im Schach.ja
Tote StellungKeine Seite kann mit irgendeiner Zugfolge noch mattsetzen, etwa König gegen König.ja
Dreimalige StellungswiederholungDieselbe Stellung entsteht zum dritten Mal, mit derselben Seite am Zug.nein, muss beansprucht werden
50-Züge-RegelBeide Seiten haben 50 Züge lang weder geschlagen noch einen Bauern gezogen.nein, muss beansprucht werden
EinigungEine Seite bietet Remis an, die andere nimmt an.–

Beanspruchen darf das Remis die Seite, die am Zug ist. Im Turnierschach endet eine Partie außerdem ohne Antrag remis, wenn sich dieselbe Stellung fünfmal wiederholt oder 75 Züge lang weder geschlagen noch ein Bauer gezogen wurde. Wie das Patt genau aussieht, erklärt der Artikel zu Schachmatt und Patt.

Wann gilt eine Stellung als gleich?

Für die Stellungswiederholung zählt nicht die Zugfolge, sondern das Brett: Dieselben Figuren stehen auf denselben Feldern, dieselbe Seite ist am Zug, und beide Seiten haben dieselben Möglichkeiten. Darf in der einen Stellung noch rochiert oder en passant geschlagen werden und in der anderen nicht, sind es verschiedene Stellungen. Rochade und en passant spielen also auch beim Remis eine Rolle.

Die Wiederholungen müssen nicht direkt hintereinander kommen. Ein typischer Fall ist das Dauerschach: Eine Seite gibt immer wieder Schach, der König kann nicht entkommen, und dieselben Stellungen kehren zurück.

Wann reicht das Material nicht zum Mattsetzen?

  • König gegen König
  • König und Läufer gegen König
  • König und Springer gegen König
  • König und Läufer gegen König und Läufer, wenn beide Läufer auf Feldern derselben Farbe stehen

In diesen Stellungen führt keine Zugfolge mehr zum Matt, die Partie ist sofort remis. Anders bei König und zwei Springern gegen König: Ein Matt ist möglich, wenn die unterlegene Seite mithilft, erzwingen lässt es sich aber nicht. Deshalb geht die Partie dort weiter.

Remis in anderen Brettspielen

Jedes Spiel regelt das Unentschieden anders. Ein Patt wie im Schach gibt es etwa bei Mühle und Dame nicht – dort verliert, wer nicht mehr ziehen kann. Bei Reversi wird ausgesetzt, wenn kein Zug möglich ist. Damit Partien nicht endlos laufen, haben viele Spiele eigene Zähl-Regeln, ähnlich der 50-Züge-Regel im Schach.

Im Zugzwang liegt oft der Schlüssel: Wer im Endspiel ziehen muss, verliert manchmal den Sieg und muss sich mit einem Remis begnügen.

Tipps: Remis halten oder vermeiden

  • Stehst du schlechter, such nach Patt-Fallen, Dauerschach oder einem Abtausch bis zu ungenügendem Material.
  • Stehst du besser, lass dem gegnerischen König beim Mattsetzen immer ein freies Feld, bis das Matt kommt.
  • Zähl im Endspiel mit: Nach 50 Zügen ohne Schlag und Bauernzug darf der Gegner Remis beanspruchen.
  • Willst du gewinnen, vermeide unnötige Wiederholungen derselben Stellung.

Remis in Spielen auf Player 0o5

Häufige Fragen zu Remis

Was bedeutet Remis im Schach?

Remis heißt unentschieden. Die Partie endet ohne Sieger, und jede Seite bekommt einen halben Punkt.

Ist Patt ein Remis?

Ja. Hat die Seite am Zug keinen erlaubten Zug und steht nicht im Schach, endet die Partie sofort remis.

Wie funktioniert die 50-Züge-Regel?

Haben beide Seiten 50 Züge lang weder eine Figur geschlagen noch einen Bauern gezogen, darf die Seite am Zug Remis beanspruchen. Nach 75 solchen Zügen endet die Partie im Turnierschach automatisch remis.

Muss sich die Stellung direkt hintereinander wiederholen?

Nein. Es genügt, dass dieselbe Stellung zum dritten Mal auf dem Brett steht, mit derselben Seite am Zug und denselben Zugmöglichkeiten.

Ist es remis, wenn die Zeit abläuft, der Gegner aber nicht mehr mattsetzen kann?

Ja. Ein Sieg auf Zeit setzt voraus, dass der Gegner mit irgendeiner Zugfolge noch mattsetzen könnte. Hat er dafür zu wenig Material, ist die Partie remis.

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