Spiele-Glossar

KCC- und TAP-Datei: Kassettenprogramme als Datei erklärt

Die Kassette als Datei: Wie KCC- und TAP-Dateien aufgebaut sind, worin sie sich unterscheiden und wie du Z9001-Spiele damit im Emulator oder am echten Rechner lädst.

7–11 Minuten

Kurz erklärt · Retro & DDR-Heimcomputer

KCC- und TAP-Dateien speichern Programme der DDR-Kleincomputer, etwa für Robotron Z9001 und KC 87, als Datei statt als Ton auf Kassette. Die KCC-Datei enthält Kopfblock und Daten, die TAP-Datei zusätzlich die Blocknummern der Kassettenaufnahme.

Auch: KCC-Datei, TAP-Datei, .kcc, .tap, KC-TAP, KC-Format, Kassettenabbild

KCC- und TAP-Datei: die Kassette als Datei Oben liegen drei Blöcke einer Kassettenaufnahme: jeweils Vorton, Blocknummer, 128 Byte Daten und Prüfsumme; der erste Block mit Nummer 00 ist der Kopfblock, der letzte trägt FF. Vorton und Prüfsumme werden durchgestrichen. In der KCC-Datei landen nur der Kopfblock und die Datenblöcke ohne Nummern. In der TAP-Datei steht zuerst eine 16 Byte lange Kennung, danach jeder Block mit seiner Nummer und 128 Byte Daten. Kassette (Tonsignal)Vorton · Nummer · 128 Byte · Prüfsumme 00KopfPS01128 BPSFF128 BPS… KCC-DateiKopfblock + Daten, ohne Nummern … Kopf128 B128 B TAP-DateiKennung + Blocknummer + Daten KC-TAPE… … 00Kopf01128 BFF128 B Auf Band: jeder Block mit Vorton und Prüfsumme KCC: Vorton, Nummern und Prüfsummen fallen weg TAP: 16 Byte Kennung, dann Nummer + 128 Byte je Block
So funktioniert’s: Ein Kassettenblock besteht aus Vorton, Blocknummer, 128 Byte Daten und Prüfsumme. Die KCC-Datei behält nur Kopfblock und Daten, die TAP-Datei beginnt mit einer 16-Byte-Kennung und behält zu jedem Block die Nummer.

Was sind KCC- und TAP-Dateien?

Die Heimcomputer der DDR luden ihre Programme von der Datenkassette: als Folge von Blöcken mit je 128 Byte, codiert als Töne. Für Emulatoren und moderne Speichermodule braucht man diese Töne nicht. Es reichen die Bytes selbst – und genau die speichern KCC- und TAP-Dateien.

Beide Formate stammen aus der Emulator-Szene und werden für die Rechner aus Dresden (Z9001, KC 85/1, KC 87) ebenso genutzt wie für die aus Mühlhausen. Die Endung TAP kommt von „tape“, englisch für Band. KCC hat sich als Standardformat für Emulatoren und Werkzeuge durchgesetzt.

Wie ist eine KCC-Datei aufgebaut?

Eine KCC-Datei beginnt mit einem 128 Byte großen Kopfblock, der dem Kopfblock auf der Kassette entspricht. Danach folgt der Inhalt des Programms als Speicherabzug, in Stücken zu 128 Byte – ohne Vorton, ohne Blocknummer, ohne Prüfsumme.

Teil des KopfblocksInhaltBeispiel
Name8 Zeichen, mit Nullbytes aufgefülltDUUM
Typ3 ZeichenCOM
AdressenAnzahl, dann Anfangs-, End- und StartadresseAnfang 0300h
Restbis 128 Byte aufgefüllt–

Die Anfangsadresse sagt, wohin im Arbeitsspeicher das Programm geladen wird, die Startadresse, wo es nach dem Laden losläuft. Steht dort FFFFh, startet es nicht von selbst.

Wie ist eine TAP-Datei aufgebaut?

Eine TAP-Datei beginnt mit einer 16 Byte langen Kennung, die mit „KC-TAPE“ anfängt. Danach folgen die Blöcke so, wie sie auf dem Band standen: jeweils 1 Byte Blocknummer und 128 Byte Daten, zusammen 129 Byte. Vorton und Prüfsumme fehlen auch hier.

Beim Z9001 hat der Kopfblock eines Maschinenprogramms die Nummer 00, der letzte Block die Nummer FFh. Die Rechner aus Mühlhausen zählen dagegen ab 1 – ein Unterschied, über den manche Werkzeuge stolpern. BASIC-Programme beginnen mit Block 1 und tragen am Anfang dreimal das Byte D3h, gefolgt vom Namen.

Mehrere TAP-Dateien lassen sich hintereinanderhängen und so wie eine Kassette mit mehreren Programmen nutzen. Das unterstützen allerdings nur wenige Emulatoren.

KCC, TAP, WAV und COM – der Unterschied

DateiInhaltWofür
WAVdas Tonsignal der Kassetteechter Rechner über den Kassetteneingang
TAPKennung, dann Blöcke mit Nummer und 128 ByteEmulatoren, SD-Modul mit SDX-Terminal
KCCKopfblock, dann Daten ohne NummernEmulatoren, Disk-OS, Werkzeuge
COMProgrammdatei für USB-OS und SD-OSUSB-Stick oder SD-Karte am echten Rechner

Die Animation oben zeigt den Zusammenhang: Aus jedem Kassettenblock fallen Vorton und Prüfsumme weg. In der KCC-Datei verschwinden zusätzlich die Blocknummern, in der TAP-Datei bleiben sie stehen.

Tipp: Hilfsprogramme können TAP- und KCC-Dateien in Tonsignale umwandeln und umgekehrt alte Kassetten über die Soundkarte einlesen. So kommen alte Bänder ins Archiv und neue Programme auf den echten Rechner.

KCC- und TAP-Datei in Spielen auf Player 0o5

So lädst du eine TAP- oder KCC-Datei

  1. Lade die TAP- oder KCC-Datei des Programms herunter, zum Beispiel DUUM.tap oder DUUM.kcc für Duum Z9001.
  2. Im Emulator am PC: Öffne die Datei über die Ladefunktion des Emulators oder zieh sie ins Emulatorfenster.
  3. Mit SD-Modul und SDX-Terminal: Kopiere die TAP-Datei auf die SD-Karte und lade sie mit L und dem Namen, etwa L DUUM.
  4. Mit USB-OS oder SD-OS: Kopiere die COM-Datei auf Stick oder Karte – oder benenne die KCC-Datei dort in NAME.COM um – und gib an der Eingabezeile „>“ den Namen ein. Bei einem Mega-Flash-Modul startest du vorher USBX, SDX oder CHX.
  5. Mit Disk-OS: Nutze die KCC-Datei.
  6. Für einen echten Rechner ohne Modul nimmst du stattdessen die WAV-Datei und spielst sie in den Kassetteneingang.

Häufige Fragen zu KCC- und TAP-Datei

Was ist der Unterschied zwischen KCC und TAP?

Beide speichern Kassettenprogramme als Datei. Die KCC-Datei enthält einen 128-Byte-Kopfblock und danach nur die Daten, die TAP-Datei eine 16-Byte-Kennung und danach jeden Block mit seiner Blocknummer.

Womit öffne ich eine KCC-Datei?

Mit einem Emulator für die DDR-Kleincomputer, etwa JKCEMU. Am echten Z9001 oder KC 87 lädst du KCC-Dateien über Disk-OS oder, umbenannt in .COM, über USB-OS und SD-OS.

Wofür steht TAP?

TAP kommt von „tape“, englisch für Band. Der Name zeigt, dass das Format direkt von der Kassettenaufzeichnung abgeleitet ist und deren Blocknummern behält.

Kann ich eine TAP-Datei am echten Rechner nutzen?

Ja, zum Beispiel mit einem SD-Modul und SDX-Terminal. Ohne Modul wandelst du sie in ein Tonsignal um oder nimmst gleich die WAV-Datei und spielst sie in den Kassetteneingang.

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