Kurz erklärt · Retro & DDR-Heimcomputer
Ein Emulator ist ein Programm, das einen anderen Computer nachbildet – mit Prozessor, Speicher, Bild, Ton und Tastatur. So laufen Programme für alte Hardware unverändert auf einem heutigen Gerät, etwa Spiele für einen Heimcomputer der 1980er im Browser.
Auch: Emulation, Software-Emulator, Nachbildung, Retro-Emulator, Computer-Emulator
Was ist ein Emulator?
Das Wort kommt vom lateinischen aemulari, nachahmen. In der Computertechnik ist ein Emulator ein System, das ein anderes nachbildet: Es bekommt dieselben Daten, führt dieselben Programme aus und soll zu denselben Ergebnissen kommen.
Meist ist ein Emulator Software. Ein Software-Emulator bildet einen ganzen Computer nach, damit dessen Programme auf einem Rechner mit ganz anderer Bauart laufen – zum Beispiel ein Spiel für einen Heimcomputer der 1980er auf einem heutigen Laptop oder Handy. Daneben gibt es Hardware-Emulatoren, die etwa einen Prozessor elektrisch nachbilden und Entwicklern beim Testen helfen.
Emulatoren sind auch für die Bewahrung digitaler Kultur wichtig: Ohne sie wären viele alte Programme nur noch auf seltener, alternder Hardware nutzbar. Mit ihnen wurden zahlreiche Programme von Kassetten und Disketten auf heutige Datenträger gerettet.
Wie funktioniert ein Emulator?
Ein Emulator für einen Heimcomputer baut dessen Teile als Programmcode nach:
- Prozessor: Eine Schleife holt den nächsten Befehl aus dem nachgebildeten Speicher, entschlüsselt ihn und führt ihn aus – etwa die Befehle eines Z80.
- Speicher: ein Datenfeld mit genau so vielen Bytes wie beim Original, beim Robotron Z9001 mit Erweiterungen 48 KB.
- Bild: Der Inhalt des Bildspeichers wird regelmäßig in ein heutiges Bild umgerechnet, beim Z9001 also 40 × 24 Zeichen.
- Ton und Eingabe: Der Piepser wird zum Klang im Lautsprecher; Tasten, Gamepad und Touch werden zu Tastendrücken des alten Rechners.
- Takt: Der Emulator bremst sich so ab, dass das Programm genauso schnell läuft wie auf dem Original.
Das kostet Rechenleistung, denn jeder alte Befehl wird durch viele Befehle des neuen Geräts nachgespielt. Heutige Geräte sind aber so viel schneller, dass ein 8-Bit-Rechner mit 2,46 MHz problemlos in einem Browser-Tab läuft.
Und das Betriebssystem?
Viele Emulatoren brauchen eine Kopie der fest eingebauten Systemsoftware, des sogenannten ROMs, an der andere die Rechte haben können. Player 0o5 kommt ohne Original-ROM aus: Die Z9001-Spiele brauchen kein Betriebssystem, der Zeichensatz ist neu gezeichnet, und nach dem Beenden übernimmt ein kleines Ersatz-Betriebssystem.
Emulator, Simulator und Neufassung – der Unterschied
| Begriff | Was passiert | Beispiel |
|---|---|---|
| Emulator | bildet Hardware nach; das Originalprogramm läuft unverändert | Steine Z9001 im Browser auf Player 0o5 |
| Simulator | ahmt das Verhalten von etwas nach, oft aus der echten Welt | ein Flugsimulator rechnet, wie ein Flugzeug fliegt |
| Neufassung | die Spielidee wird mit heutiger Technik neu programmiert | Fallblock als moderne, farbige Fassung des Prinzips |
Ein Emulator verändert das Programm also nicht, er gaukelt ihm nur seine gewohnte Hardware vor. Steine Z9001 im Browser ist deshalb dasselbe Programm, das auch von Kassette auf einem echten KC 87 startet. Ein Flugsimulator dagegen simuliert die Physik des Fliegens – und der Flugsimulator Z9001 ist sogar beides: ein Simulator, der in einem Emulator läuft.
Emulatoren für DDR-Heimcomputer
Für den Robotron Z9001, den KC 85/1 und den KC 87 entstanden Emulatoren wie KCemu und dessen Weiterentwicklung JKCEMU, die nahezu alle Computer der DDR nachbildet. Programme liegen dafür meist als KCC- oder TAP-Datei vor – digitale Abbilder der Datenkassette.
Player 0o5 bringt die Nachbildung direkt in den Browser – ohne Installation, mit einblendbarer Z9001-Tastatur, Touch-Steuerung, Röhrenbild und Turbo-Schalter. Der Turbo lässt die Nachbildung mehr Bilder pro Sekunde zeichnen; die Uhr des Rechners bleibt echt, das Spieltempo also gleich.
Sogar Hardware, die es nie gab, lässt sich nachbilden: Mehrere Z9001-Spiele kennen ein gedachtes Koppelmodul, das zwei Rechner verbindet. Im Browser ersetzt ein Raumcode dieses Modul und verbindet zwei Nachbildungen über das Netz.
Emulator in Spielen auf Player 0o5
Duum Z9001
Duum Z9001 läuft im Browser in einer Nachbildung des Rechners mit eigenem Z80-Kern, Tastatur und Piepser. Ein Original-ROM wird nicht ausgeliefert, der Zeichensatz ist neu gezeichnet.
Flugsimulator Z9001
Beim Flugsimulator Z9001 lässt sich der Takt der Nachbildung auf Turbo ×2 oder ×4 stellen. Die Uhr des Rechners bleibt echt, du bekommst nur mehr Bilder pro Sekunde.
Steine Z9001
Steine Z9001 nutzt für das Duell zu zweit ein gedachtes Koppelmodul. Im Browser vermittelt ein Raumcode die Verbindung – am echten Rechner gibt es das Duell deshalb nicht.
Kosmos Z9001
In Kosmos Z9001 speichert die Nachbildung den Kommandanten als .KOS-Datei im Browser. Du kannst sie herunterladen, und sie passt auch für den echten Z9001.
Wusel Z9001
In Wusel Z9001 übersetzt die Browser-Fassung Maus und Finger in Eingaben für das Programm; am echten Rechner steuerst du nur mit den Tasten.
Häufige Fragen zu Emulator
Was macht ein Emulator?
Ein Emulator bildet einen anderen Computer als Software nach. Programme für das alte Gerät laufen darin unverändert, weil sie Prozessor, Speicher, Bild und Tastatur so vorfinden wie auf dem Original.
Was ist der Unterschied zwischen Emulator und Simulator?
Ein Emulator bildet ein technisches System so genau nach, dass dessen Originalprogramme darauf laufen. Ein Simulator ahmt dagegen das Verhalten von etwas nach, zum Beispiel wie ein Flugzeug fliegt.
Brauche ich für die Z9001-Spiele auf Player 0o5 einen Emulator?
Nein, jedenfalls keinen eigenen. Die Nachbildung des Rechners läuft direkt auf der Spielseite im Browser, ohne Installation und ohne Anmeldung. Wer ohne Internet spielen will, nutzt die Downloads in einem Emulator wie JKCEMU oder am echten Rechner.
Warum ruckeln manche alten Spiele im Emulator?
Oft lag das schon am Original: Ein Z9001 mit 2,46 MHz schafft bei aufwendiger Grafik nur wenige Bilder pro Sekunde. Auf Player 0o5 hilft der Turbo-Schalter, der mehr Bilder zeichnet, ohne das Spiel schneller zu machen.
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