Spiele-Glossar

Game Loop (Spielschleife): das Herz jedes Spiels einfach erklärt

Eingabe, Update, Zeichnen – und wieder von vorn: Wie die Spielschleife funktioniert und warum ein fester Zeitschritt ein Spiel auf jedem Gerät gleich schnell macht.

7–10 Minuten

Kurz erklärt · Technik & Plattform

Die Spielschleife (englisch Game Loop) ist der Kern jedes Echtzeitspiels: eine Schleife, die ununterbrochen Eingaben liest, den Spielzustand weiterrechnet und ein neues Bild zeichnet – meist viele Dutzend Mal pro Sekunde, vom Start bis zum Beenden.

Auch: Game Loop, Gameloop, Spiel-Schleife, Hauptschleife, Main Loop, Update-Schleife

Spielschleife (Game Loop): Eingabe, Update, Zeichnen Links ein Kreislauf mit drei Stationen: Eingabe, Update und Zeichnen. Ein gelber Punkt läuft im Kreis und leuchtet nacheinander jede Station an. Rechts ein kleiner Bildschirm: Bei der Eingabe leuchtet die Pfeiltaste, beim Update rechnet das Spiel die neue Position aus (gestrichelter Umriss), beim Zeichnen springt die Figur dorthin, und der Bildzähler steigt. Unten zwei Zeitleisten: Updates kommen in festem Takt, fertige Bilder in schwankenden Abständen. Spielschleife: immer wieder dieselben drei Schritte Eingabe Update Zeichnen → Taste gedrückt? Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Update: fester Takt Bild: wenn es fertig ist langsames Bild: 2 Updates Hier stark verlangsamt – echte Spiele schaffen eine Runde oft 60-mal pro Sekunde.
So funktioniert’s: Ein Punkt läuft durch die drei Schritte der Spielschleife: Eingabe, Update, Zeichnen. Rechts bewegt sich die Figur bei jedem Durchlauf ein Stück; unten kommen Updates im festen Takt, fertige Bilder dagegen unregelmäßig.

Was ist ein Game Loop?

Ein Buch wartet, bis du umblätterst. Ein Spiel dagegen läuft weiter, auch wenn du nichts tust: Gegner bewegen sich, die Uhr tickt, Wasser fließt. Möglich macht das die Spielschleife, englisch Game Loop. Sie ist der Programmteil, der vom Start bis zum Beenden immer wieder dieselben Schritte ausführt.

Jeder Durchlauf rechnet die Spielwelt ein kleines Stück weiter und erzeugt ein neues Einzelbild. Wie viele Bilder pro Sekunde dabei herauskommen, misst die Bildrate. Läuft die Schleife flüssig, entsteht der Eindruck einer lebendigen, durchgehenden Welt – obwohl sie in Wahrheit aus vielen winzigen Schritten besteht.

Wie funktioniert die Spielschleife?

Ein Durchlauf besteht aus drei Schritten, die die Animation oben stark verlangsamt zeigt:

  1. Eingabe: Das Spiel fragt ab, was seit dem letzten Durchlauf passiert ist – Tasten, Mausklicks, Berührungen, ein Gamepad oder Daten aus dem Netz.
  2. Update: Es rechnet die Welt einen Schritt weiter. Figuren bewegen sich, die Physik wirkt, die Kollisionserkennung prüft Zusammenstöße, Punkte und Timer werden aktualisiert.
  3. Zeichnen: Aus dem neuen Zustand entsteht ein Bild, das auf dem Bildschirm erscheint. Englisch heißt dieser Schritt Render.

Danach beginnt alles von vorn. Browserspiele lassen sich dafür meist vom Browser selbst anstoßen: Über die Funktion requestAnimationFrame ruft er das Spiel genau dann auf, wenn der Bildschirm bereit für ein neues Bild ist.

Tipp: Die Reihenfolge erklärt auch, warum jede Eingabe ein wenig verzögert ankommt: Ein Tastendruck wirkt erst im nächsten Update und wird erst im Bild danach sichtbar. Mehr dazu steht unter Input Delay.

Fester Zeitschritt oder variable Zeit?

Die wichtigste Frage beim Bau einer Spielschleife lautet: Um wie viel Zeit rechnet das Update die Welt jedes Mal weiter? Es gibt zwei Ansätze:

Variable ZeitFester Zeitschritt
Prinzipjedes Update rechnet mit der Zeit seit dem letzten Bild (englisch Delta Time)jedes Update rechnet mit derselben kurzen Zeitspanne, etwa einer Sechzigstelsekunde
Auf langsamen Gerätengrößere Sprünge pro Bildmehrere Updates hintereinander, dann ein Bild
Vorteileinfach, passt sich jeder Leistung angleiches Ergebnis auf jedem Gerät, stabile Physik
NachteilPhysik wird ungenauer, schnelle Objekte tunneln leichteretwas aufwendiger zu bauen

Viele Spiele trennen deshalb Rechnen und Zeichnen: Das Update läuft in einem festen Takt, gezeichnet wird so oft, wie das Gerät es schafft. Braucht ein Bild länger, holt die Schleife die fehlenden Updates nach – die untere Zeitleiste der Animation zeigt so einen Fall. Das Spiel läuft dann auf einem schwachen Handy genauso schnell wie auf einem starken PC, nur mit weniger Bildern.

Ein fester Zeitschritt ist auch die Voraussetzung für Lockstep in Online-Spielen: Nur wenn alle Rechner in gleich großen Schritten rechnen, kommen sie zum selben Ergebnis.

Spielzeit und echte Zeit: Pause, Zeitlupe, Hintergrund

Weil die Schleife die Spielzeit selbst zählt, kann ein Spiel sie anhalten, verlangsamen oder beschleunigen. Pause heißt: Die Updates ruhen. Zeitlupe heißt: Jedes Update rechnet einen kleineren Schritt. Ein Tempo-Knopf lässt mehrere Updates pro Bild laufen. Eine Spieluhr, die nur bei laufenden Updates tickt, misst darum die Spielzeit, nicht die Zeit an deiner Wanduhr.

Browser bremsen Seiten in Hintergrund-Tabs stark aus oder halten sie ganz an. Spiele, die trotzdem weiterlaufen sollen, rechnen deshalb anhand der echten Uhrzeit nach, wie viel Zeit vergangen ist. Nach demselben Prinzip funktioniert der Offline-Fortschritt vieler Idle-Spiele.

Spielschleife (Game Loop) in Spielen auf Player 0o5

Häufige Fragen zu Spielschleife (Game Loop)

Was ist ein Game Loop?

Ein Game Loop, deutsch Spielschleife, ist die Schleife im Kern eines Spiels. Sie liest Eingaben, rechnet den Spielzustand weiter und zeichnet ein neues Bild – viele Male pro Sekunde.

Was ist ein fester Zeitschritt?

Bei einem festen Zeitschritt rechnet jedes Update die Spielwelt um genau dieselbe Zeitspanne weiter, etwa eine Sechzigstelsekunde. Dadurch läuft das Spiel auf schnellen und langsamen Geräten gleich schnell, und die Physik bleibt stabil.

Was ist Delta Time?

Delta Time ist die Zeit, die seit dem letzten Bild vergangen ist. Spiele mit variabler Zeit verrechnen Bewegungen damit, damit eine Figur pro Sekunde gleich weit läuft, egal wie viele Bilder entstehen.

Warum läuft ein Browserspiel im Hintergrund-Tab nicht weiter?

Browser bremsen Seiten in Hintergrund-Tabs stark aus, um Strom zu sparen, und rufen die Spielschleife dann kaum noch auf. Spiele, die trotzdem weiterlaufen sollen, rechnen die vergangene Zeit anhand der Uhr nach.

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