Kurz erklärt · Retro & DDR-Heimcomputer
Ein ROM (read-only memory, Festwertspeicher) ist ein Speicher, dessen Inhalt im Betrieb nur gelesen und nicht verändert wird. Er behält seine Daten auch ohne Strom – deshalb stecken darin Startprogramme, Betriebssysteme und Zeichensätze.
Auch: ROM, Festwertspeicher, Nur-Lese-Speicher, Read-only memory, EPROM, Masken-ROM, ROM-Modul
Was bedeutet ROM?
ROM ist die Abkürzung für „read-only memory“, wörtlich „Nur-Lese-Speicher“. Im Deutschen sagt man auch Festwertspeicher. Ein ROM wird einmal mit Daten gefüllt; danach liest der Prozessor nur noch daraus. Schreiben kann er im normalen Betrieb nicht.
Das Wichtigste: Ein ROM ist nicht flüchtig. Zieht man den Stecker, bleibt alles erhalten. Beim Arbeitsspeicher (RAM) ist es umgekehrt: Er lässt sich schnell beschreiben, vergisst aber beim Ausschalten alles. Genau diesen Unterschied zeigt die Animation oben.
Darum kommt in den Festwertspeicher, was sofort nach dem Einschalten da sein muss: das Startprogramm, das Betriebssystem, bei vielen Heimcomputern auch eine Programmiersprache wie BASIC und der Zeichensatz für den Bildschirm.
Welche Arten von ROM gibt es?
| Art | Wie kommt der Inhalt hinein? | Änderbar? |
|---|---|---|
| Masken-ROM | wird schon bei der Herstellung des Chips festgelegt | nein |
| PROM | einmal mit einem Programmiergerät beschrieben | nein |
| EPROM | mit einem Programmiergerät beschrieben | ja, durch UV-Licht durch ein Fenster im Gehäuse löschbar |
| EEPROM | elektrisch beschrieben | ja, elektrisch löschbar |
| Flash | elektrisch, blockweise | ja, sogar im Gerät |
Masken-ROMs lohnen sich erst bei großen Stückzahlen, EPROMs dagegen auch für kleine Serien und Bastler. Heute steckt in fast jedem Gerät Flash-Speicher, der sich für Updates neu beschreiben lässt – das Prinzip „bleibt ohne Strom erhalten“ ist dasselbe.
Was steckt im ROM des Robotron Z9001?
Beim Robotron Z9001 liegt das 4 KB große Betriebssystem im Festwertspeicher ganz oben im Adressraum, von F000h bis FFFFh. Es meldet sich nach dem Einschalten sofort mit der Eingabezeile „>“, liest die Tastatur, gibt Zeichen aus und lädt und speichert Programme auf der Datenkassette.
Der KC 87 bringt zusätzlich BASIC im ROM mit: rund 10 KB im Bereich C000h bis E7FFh. In den ersten Geräten und Modulen steckten EPROMs mit je 2 KB, spätere KC 87 nutzten maskenprogrammierte ROMs mit 8 KB. Der Zeichensatz mit Buchstaben und Grafikzeichen sitzt in einem eigenen 2-KB-ROM, das nur die Bildschirmschaltung liest.
Dazu gab es Steckmodule: BASIC-Modul, ROM-Modul oder Module mit Assembler. Ein Programm im Modul-ROM ist nach dem Einschalten sofort da – kein Warten auf die Kassette. Hobby-Entwickler bauen solche Module bis heute, etwa mit Flash-Speicher und Hunderten Programmen darauf.
ROM im Emulator: Warum „ROM“ oft eine Datei ist
Ein Emulator bildet einen alten Rechner nach. Damit das Original-Betriebssystem darin läuft, braucht er normalerweise eine Kopie des ROM-Inhalts als Datei – an der andere die Rechte haben können. Im Sprachgebrauch heißen deshalb oft auch Abbilder von Spielmodulen einfach „ROMs“.
Player 0o5 kommt bei seinen Z9001-Spielen ganz ohne Original-ROM aus. Möglich ist das, weil die Spiele das Betriebssystem gar nicht brauchen und einen neu gezeichneten Zeichensatz mitbringen.
Unterschied: ROM, RAM und Massenspeicher
| Speicher | Lesen / Schreiben | Ohne Strom | Typischer Inhalt |
|---|---|---|---|
| ROM | nur lesen | bleibt erhalten | Betriebssystem, BASIC, Zeichensatz |
| RAM | lesen und schreiben | geht verloren | laufendes Spiel, Spielstand, Bildschirminhalt |
| Kassette, Diskette, SD-Karte | lesen und schreiben, aber langsam | bleibt erhalten | Programme und Spielstände zum Aufheben |
Tipp: Merkhilfe: ROM ist das Gedächtnis, mit dem der Rechner aufwacht. RAM ist der Schreibtisch, der beim Ausschalten leer geräumt wird.
ROM (Festwertspeicher) in Spielen auf Player 0o5
Duum Z9001
Duum Z9001 läuft im Browser ganz ohne Original-ROM: Das Spiel braucht kein Betriebssystem, der Zeichensatz ist neu gezeichnet. Nach STOP im Titelbild startest du es im kleinen Ersatz-Betriebssystem mit
DUUMund Enter neu.Platte Z9001
In Platte Z9001 nutzt das Spiel am echten Rechner die Kassettenfunktionen des Betriebssystems aus dem ROM: Die ganze Stadt landet als NAME.PLT in 43 Blöcken auf Band.
Flugsimulator Z9001
Der Flugsimulator Z9001 läuft im Browser in einer Nachbildung ohne Original-ROM, sein Zeichensatz ist selbst gezeichnet. Am echten Rechner führt STOP im Titelbild zurück ins Betriebssystem im ROM.
Häufige Fragen zu ROM (Festwertspeicher)
Was ist der Unterschied zwischen ROM und RAM?
ROM wird im Betrieb nur gelesen und behält seinen Inhalt ohne Strom. RAM lässt sich lesen und beschreiben, verliert aber beim Ausschalten alles – darin liegen laufende Programme und ihre Daten.
Kann man ein ROM überschreiben?
Ein klassisches Masken-ROM nicht, sein Inhalt entsteht schon bei der Herstellung. EPROMs lassen sich mit UV-Licht löschen und neu beschreiben, EEPROM und Flash elektrisch.
Was steckt im ROM eines Heimcomputers?
Meist das Betriebssystem, das sich nach dem Einschalten meldet, oft ein BASIC-Interpreter und der Zeichensatz. Beim Robotron Z9001 liegt das 4 KB große Betriebssystem bei F000h bis FFFFh, der KC 87 hat zusätzlich BASIC im ROM.
Warum heißen Spieldateien für Emulatoren oft ROMs?
Weil viele alte Spiele auf Modulen mit ROM-Chips steckten. Eine Kopie dieses Inhalts als Datei wird deshalb umgangssprachlich ebenfalls ROM genannt.
Brauchen die Z9001-Spiele auf Player 0o5 ein ROM?
Nein. Die Nachbildung im Browser kommt ohne Original-ROM aus, weil die Spiele kein Betriebssystem brauchen und einen eigenen Zeichensatz mitbringen.
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